ATK & CWD 2019: Highlights

 
  • Aufbruch zum agilen und modellbasierten Produktentstehungsprozess der Zukunft
  • Schlüsseltechnologien - Leistungsdichte von Getrieben und neuartige Hauptlagerungen
 
21.03.2019
  Plenarsitzung Urheberrecht: MSE, CWD Prof. Georg Jacobs (MSE) eröffnet ATK & CWD 2019

Das Institut für Maschinenelemente und Systementwicklung (MSE) begrüßte gemeinsam mit dem Center for Wind Power Drives vergangene Woche 450 internationale Fachleute zum Antriebstechnischen Kolloquium sowie zur Conference for Wind Power Drives 2019. Kernthemen der Fachkonferenzen bildeten Lagertechnik, Tribologie, mobile Arbeitsmaschinen, Triebstrang- und Generatortechnologien von Windenergieanlagen (WEA), Wind 4.0 sowie der agile Produktentstehungsprozess (PEP) der Zukunft. Die einleitende gemeinsame Plenarsession zum Thema agiler PEP machte deutlich, dass auf Grundlage der Digitalisierung und fortschreitenden Leistungsfähigkeit von computergestützten Entwicklungswerkzeugen (CAx) signifikante Änderungen des herkömmlichen PEP erwartet werden können. Zudem liefern Internet of Things (IoT) und Anwendungen der Industrie 4.0 bereits heute eine Datenflut, deren Organisation und Nutzung ohne enge Koppelung mit gut strukturierten, digitalen Produktmodellen kaum möglich erscheint. Der Forschungsbereich Systems Engineering (SE) des MSE sowie das CWD verfolgen die Vision, den Wandel der Produktentstehung auf Basis dokumentenbasierter und geometrieorientierter Prozesse hin zu digitalen, physikalisch motivierten modellbasierten Prozessen zu gestalten. Ziel ist nicht nur, die Entstehung immer komplexerer Smart Products und Smart Services über alle Disziplinen hinweg beherrschbarer zu machen, sondern darüber hinaus herkömmliche Entwicklungsprozesse um min. 60% zu verkürzen und die notwendigen Entwicklungskosten auf 30% zu senken. „Systems Engineering unterstützt Entscheidungen in agilen Entwicklungsprozessen und ermöglicht individuell abgestimmte Betriebsstrategien digitalisierter Produkte“, legte Professor Georg Jacobs, Gastgeber von ATK und CWD 2019, die Motivation des CSE dar.

  Konferenzteilnehmer begutachten konisches Gleidlager am CWD Urheberrecht: C. Apdarmani/MSE, CWD Tim Schröder (CWD; l.) und Manuel Rettinger (Schaeffler; r.) im Austausch über das am CWD entwickelte konische Gleitlager.

Eine weitere zukunftsweisende Thematik, die anhand unterschiedlicher Case Studies auf der CWD 2019 analysiert wurde, betraf die Leistungsdichte von Getrieben für Windkraftanlagen sowie die Entwicklung gleitgelagerter Hauptlagerungen: Zunehmender Kostendruck bestimmt das Tagesgeschäft der Hersteller von WEA und ihrer Komponenten immer deutlicher. Signifikante Steigerungen der Getriebeleistungsdichte prägen allgegenwärtig die Diskussionen, so auch auf der CWD 2019. In diesem Zusammenhang nutzen die Hersteller zunehmend die Vorteile der Gleitlagertechnik nicht nur für Getriebe sondern auch für Rotorlager. Die patentierte Entwicklung eines konischen Gleitlagers am Center for Wind Power Drives, das auf der diesjährigen CWD vorgestellt wurde, erlaubt durch seine Formgebung einen sehr kompakten, kurzen Triebstrang. Durch eine doppelt-elastische Anbindung der einzelnen Lagerpads können diese sich an die Belastungssituation anpassen und effektiv das Kantentragen des Lagers vermeiden. Darüber hinaus können die Lagerpads auf dem Turm getauscht werden, was enorme Kostenvorteile bei der Instandhaltung bietet.

 
 
 

Unternehmen, die sich für zukunftsweisende Thematiken interessieren, sind eingeladen, die Strategie des Centers for Systems Engineering aktiv mitzugestalten. Die nächste Gelegenheit bietet der CSE-Workshop im Juni 2019 zu den Themen „Praktische Umsetzung von MBSE“ und „Change Management“. Fragen und Anmeldungen werden gerne unter info@cse.rwth-campus.com entgegengenommen.

Wir freuen uns auf unsere Gäste in 2021 und sehen gemeinsamen Projekten entgegen, deren Ergebnisse die nächsten Konferenzen gestalten werden.