Riffeltest

 

Bei Lagern, die selten oder gar nicht rotieren, kann Riffelbildung beziehungsweise Schwingungsverschleiß auftreten. Dieser Schaden wird im Stillstand bei dynamischen Lagerbelastungen, beispielsweise aufgrund von Maschinenschwingungen, erzeugt. Durch die dynamischen Lagerlasten tritt aufgrund elastischer und plastischer Deformationen eine Relativbewegung im Hertzschen Kontaktbereich auf. Hierbei kann eine Kombination der Schadens-mechanismen Adhäsion, Abrasion, Oberflächenzerrüttung und tribochemische Reaktion auftreten, welche zur Riffelbildung führt. Der Riffeltest wird zur Untersuchung von Schmierstoffen auf ihre Riffel- und Korrosionsschutzeignung durchgeführt. Die Innenringe eines fettgeschmierten Vierpunktlagers sind auf einer vertikal eingebauten Achse befestigt. Die Außenringe sitzen im Gehäuse. Über den Außenring wird eine sinusförmige axiale Wechsellast von ±70 kN über einen servohydraulischen Linearzylinder eingeleitet. Weiterhin wird das Lager mit einem konstanten Wasservolumenstrom von 6 ml/min mit 1% NaCl-Gehalt durchströmt. Durch Fixieren der Lagerkäfige über zwei Stifte wird das Drehen der Lager verhindert. Nach 1 Mio. Lastwechseln bei einer Frequenz von 10 Hz, was einer Versuchslaufzeit von circa 28 Stunden entspricht, werden die Riffel begutachtet und deren Tiefe mit einem Rundheitsmessgerät gemessen.